Englandfahrt

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Skifahrt

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Skifahren an der HBG Kaum ist der Sommer vorbei, muss man schon wieder an den nächsten Winter denk…

Lesewettbewerb

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Verabschiedung 13. Jahrgang

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Tag der offenen Tür

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Sport an der HBG

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Schulgarten der HBG

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Das Ferry-Projekt

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Einschulung

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Verabschiedung 10. Jahrgang

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MINTUS an der HBG

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Verleihung der MINTuS-Zertifikate endete mit einem Knall Den Schülerinnen und Schülern, die am 1.…

Musik an der HBG

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Auftritte und Konzerte Little Big Banda und Solokünstlerinnen und Solokünstle…

Prolog

London, 1952

Mit kleinen, unsicheren Schritten ging ich die Clapham Street runter. Am Ende der Straße musste ich nach links, das weiß ich noch. Ich trug mein weißes Kleid und dazu meine weißen Schuhe. So wie es sich einer jungen Dame gehört, natürlich mit Absatz. Am liebsten hätte ich sie gegen meine flachen Ballerinas eingetauscht. Unpünktlich zu sein mochte ich schon damals nicht. Es war Freitagmittag, sonnig und wolkenlos war der Himmel. Überall waren Frauen mit ihren Kindern. Männer konnte man in dieser Zeit selten sehen. Ich erinnere mich daran, dass eine der Frauen die Sachen ihres im Krieg gefallenen Mannes verkaufte. Das war üblich, denn sie hatten kein Geld. Ich wäre zu ihr gegangen, aber ich hatte selber nichts, außer das, was ich anhatte. Wir wohnten damals in einer armseligen, heute gentrifizierten Gegend südlich der Themse zwischen Battersea Park und Clapham Common. Ich war dankbar, dass ich ein Dach über dem Kopf hatte, wenn man bedenkt, dass zu dieser Zeit Wohnungsnot herrschte. Ich bog links ab und erkannte ihn sofort. Er trug einen blauen Anzug, neu sah er nicht aus. Für mich aber war er der Schönste. Mein Herz schlug mir bis zum Hals und ich merkte, dass ich wieder rot wurde. Er lächelte mich an. Ich wusste, dass ich bereit war für dieses Lächeln alles zu geben, denn ich liebte diesen Mann unwiderstehlich von ganzem Herzen. Bis heute hat sich nichts daran geändert. «Du siehst wunderschön aus.» Ich lächelte verlegen. «Können wir anfangen, Ethan?», fragte eine Stimme aus dem Fotostudio. Wir betraten einen kleinen Laden. An allen Wänden hingen Gesichter von Kindern, Erwachsenen und Älteren. Ich dachte gerade daran, ob unsere auch aufgehängt werden, als mein Name genannt wurde. «Darf ich vorstellen, meine bildhübsche Ehefrau Amelia Finley.» Eigentlich hieß ich immer noch Amelia Elsie, denn wir waren ja gar nicht verheiratet, doch er wollte unbedingt, dass ich mit Ms. Finley angesprochen wurde. «Freut mich sehr. Mein Name ist Riley.» Er gab mir zum Gruß seine Hand, ich schüttelte sie schwach. Meine Hände waren wie immer kalt und vor Aufregung leicht verschwitzt. «Wir waren mit Ethan zusammen an der Front. Er hat mir oft das Leben gerettet, nicht wahr Bruder?» Er lächelte und schaute weg. Ich wusste, dass er nicht gerne darüber redete und wechselte daher das Thema. «Sollen wir das Foto im Stehen oder lieber sitzend machen?» Anscheinend hatte ich etwas Lustiges gesagt, denn sie fingen an zu lachen. «Ms. Finley, ich kann nur Gesichter fotografieren. Die Raumausstattung, wie Sie sehen, ist leider etwas klein.» Er wirkte auf einmal traurig. «Das gefällt mir.» «Dass der Laden klein ist?» «Nein, dass der Laden groß genug ist, um lächelnde Gesichter für die Ewigkeit festzuhalten.» Also lächelten wir in die Kamera, dabei lag seine Hand auf meiner Hüfte und meine auf seinem rechten Bein. Wir waren überglücklich. Mit zwei eingerahmten Bildern verließen wir später den Laden. «Wieso hast du zwei Fotos gekauft? Du weißt doch, dass wir sparsam sein müssen. Vor allem jetzt.» Inzwischen standen wir an einem Bahnsteig. Er holte tief Luft, nahm meine Hände fest in seine und schaute mir tief in die Augen. Diesen Moment werde ich nie vergessen. «Ich habe es dir nicht erzählt, weil ich weiß, dass du dir Sorgen machen wirst. Die Lage in Korea hat sich verschlechtert. Man sagt, dass wir erneut eingesetzt werden können. Man weiß es aber nicht genau.» Er nahm die Bilderrahmen. «Weißt du noch, als du sagtest, dass Bürger heute leben und die Soldaten für ein Morgen kämpfen?» Ich nickte und verstand, was er mir gerade zu erklären versuchte. Die Tränen rollten in Strömen über mein Gesicht, ich sah ihn nur noch verschwommen. «Die Bilder sind heute und morgen. Du und ich. Falls ich kämpfen muss,» er sah in Richtung der Schienen, «so wirst du immer bei mir sein und eines Tages werden beide Bilder wieder nebeneinander sein.»

 

London, 2004

«War es das jetzt mit den Fragen?»

«Sie haben nicht mal ein Teil der Fragen beantwortet.»

«Ich habe Ihnen erzählt, was Sie für Ihren Artikel brauchen und jetzt hätte ich gerne meine Ruhe.»

«Sie haben mir erzählt, dass schwarze Einwanderer von Rassismus betroffen waren und in der Sozialstruktur meist an unterster Stelle standen, dass Kinder ihre Modellsegelboote zu Ehren Elisabeths “Queen of Beauty” tauften, aber nichts über Ihre eigene Geschichte.»

«Junge Dame, wenn Sie meinen, meine Geschichte würde auch nur annähernd
 irgendjemanden interessieren, so kann ich Ihnen versichern, dass Sie sich
 irren.»

«So sollten Sie nicht denken. Ich bin hier, weil ich mich für Ihre Geschichte
  interessiere.»

«Sie haben mir nicht zu sagen, was ich zu denken habe und was nicht.
 Sie studieren Journalismus, richtig? Sie interessiert es, Ihren Abschluss zu
hschaffen,
  damit Sie täglich Unsinn schreiben können. Das nennen Sie dann Arbeit. Die Geschichte eines im Seniorenheim lebenden Mannes ist für Sie nicht
  gewinnbringend.»

«Ich denke es ist besser, wenn ich jetzt gehe.»

Ich räumte meine Sachen zusammen und verließ den Raum ohne ein weiteres
 Wort zu sagen.

«Ah sind Sie schon mit dem Interview fertig? Den hier,» sie zeigte auf ihre Hand,
«hat Mr. Finley im Wohnbereich liegen lassen. Ich dachte es würde Ihnen
  weiterhelfen.»

Ich nahm den Bilderrahmen und sah das gleiche Foto, das meine Großmutter immer mit sich herumtrug.

  

von Büsra Coban, Jahrgangsstufe 12